Kostüm statt Gestapo

Am 8. Mai 2026 hieß es wieder Bühne frei für die Theatergruppe der Dr. Ernst-Schmidt-Realschule Ebern mit dem Stück „Sein oder Nichtsein“ von Nick Whitby.

Warschau 1939: Polen wird besetzt und das Leben der Schauspieler am Theater von Direktor Dowasz, gespielt von Mila Welsch, gerät aus den Fugen.

Mitten in den Proben zu einem neuen Stück muss das Ensemble um die Garderobiere Anna (Hanna Hegen), den Schauspieler Rowicz, gespielt von Tamara Lorber, und Eva Zagatewska, gespielt von Lotte Sperber, die Schließung des Theaters erleben. Im Zentrum der Geschichte steht das Ehepaar Tura: Leonidas Tsopanidis gibt den eitlen Josef Tura, der sich am liebsten als Hamlet sieht, und Marlene Hahnlein seine schöne Frau Maria. Während Josef seinen berühmten Monolog hält, trifft sich der junge Fliegeroffizier Stanislaw Sobinsky, gespielt von Mark Horst, heimlich mit Maria in ihrer Garderobe. Die Lage spitzt sich zu, als Doppelspion Professor Silewski (Emma Knapp) in Warschau eintrifft. Er hat eine Liste polnischer Widerstandskämpfer und will sie der Gestapo geben. Das Theaterensemble muss handeln: Sie verwandeln ihr Theater in ein falsches Gestapo-Hauptquartier. In tollen Verkleidungen treten sie gegen ihre Feinde an. Josef Tura täuscht Gruppenführer Erhardt, gespielt von Hannes Wedler, und Sturmführer Fleischer (Leopold Wunderlich) immer wieder. Der Zauberkünstler (Lars Fösel) sorgt für Ablenkung und sogar die Zensurbehörde unter Walowski, ebenfalls gespielt von Lars Fösel, gerät ins Chaos. Schauspieler Grünberg (Hendrik Schweda) und sein Sohn, der junge Grünberg (Emil Schramm), bekommen die Chance, ihren Traum zu verwirklichen, die berühmte Shylock-Rede vor den Besatzern zu halten und ein Zeichen gegen die Unterdrückung zu setzen, jedoch wird Grünberg bedauerlicherweise die Rede nicht mehr halten können, da er umgebracht wird. Allerdings wird der junge Grünberg im Stande sein, den Traum seines Vaters zu vollbringen. Im rasanten Finale mit Verwechslungen, einem Dirigenten und einem amerikanischen Luftwaffenoffizier (Emma Knapp) versucht die Truppe, nach Amerika zu fliehen. Am Ende ist es genau dieser Mix aus Lampenfieber, Mut und ein bisschen Wahnsinn, der die Truppe überleben lässt.

Die gelungene Inszenierung voller Leidenschaft überzeugte das begeisterte Publikum. Besonders beeindruckend war das harmonische Zusammenspiel der Darsteller und die kreative, aber auch komödiantische Umsetzung des Stücks. Mit viel Engagement, Liebe zum Detail gepaart mit dem nötigen Feingefühl für den geschichtlichen Hintergrund und Spielfreude sorgte die Theatergruppe unter der Leitung von Studienrat Ulrich Offenwanger für einen unterhaltsamen, unvergesslichen Abend. Durch alle Mitwirkenden blieb „Sein oder Nichtsein“ ein amüsant aufgeführtes Stück, welches das Publikum noch lange nach dem Applaus zum Schmunzeln bringen wird.

Text: Leni Sommer und Sebastian Döpp,10 C

Fotos: Sebastian Döpp und Uli Hönig

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